Das Akkordeonorchester "Stern" Berlin wurde am 01. Juli 1933 als
Handharmonika-Spielring "Stern" von dem Diplom-Akkordeonlehrer Gerhard Marquard gegründet
und hatte anfangs 11 Mitglieder. Die Namensgebung ergab sich aus dem genau 30 Jahre älteren
Mundharmonika-Orchester "Stern", das vom Vater Arthur Marquard geleitet wurde. Konzerte in dieser
frühen Zeit fanden denn auch häufig als Doppelkonzerte mit dem Mundharmonika-Orchester statt.
Gespielt wurde vorwiegend volkstümliche Musik, dem Zeitgeist und dem Verständnis von Akkordeonmusik
folgend, aber auch Originalmusik und leichte Klassik. Bereits 1935 spielte das Orchester in einem
Film mit.
Nach dem 2. Weltkrieg musste das Orchester neu aufgebaut werden, da der Spielerkreis
auseinandergerissen war. Mit einem Sextett schuf Gerhard Marquard einen Neubeginn und wenig später
war die Spielerzahl wieder auf Orchesterstärke angewachsen. Es fanden nun wieder regelmäßig
Konzerte, wiederum häufig in Gemeinschaft mit dem Mundharmonika-Orchester, statt.
Sechs Jahre später wirkten die beiden Orchester erneut in einem Film ("Am Brunnen vor dem Tore" mit
Sonja Ziemann, Paul Klinger, Willi Fritsch, u. a. ) mit. Außerdem feierten die "Sterne" ihr
20-jähriges Jubiläum mit einem Konzert im Titania-Palast. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums
erhielte Gerhard Marquard die goldene Medaille des Deutschen Harmonika-Verbandes.
Die 60er und 70er Jahre waren neben zahlreichen Konzerten geprägt von Einladungen durch Orchester
anderer deutscher Städte und darauf folgende Konzertreisen nach Bremen, Passau und Stuttgart.
Wie in den vergangenen Jahren dirigierte Gerhard Marquard das Jubiläumskonzert 1983 mit großem
Erfolg. Vom deutschen Harmonika-Verband erhielt er die Herrmann-Schittenhelm-Medaille als Würdigung
seiner Verdienste um die Akkordeonmusik.
Ein Jahr später verlor das Orchester nach insgesamt 51 Jahren mit Gerhard Marquard nicht nur seinen
Gründer sondern auch seinen überaus engagierten und für alle Belange seiner Spieler einsatzbereiten
Dirigenten.
Wenige Wochen vor dem Tod von Gerhard Marquard übernahm Joachim Kloss am 13.11.1984 die Leitung des
Orchesters. Das Akkordeonorchester "Stern" gehört heute zur Musikschule Leo Kestenberg des Bezirkes
Tempelhof-Schöneberg.
Das Orchester trägt besonders der neuen Entwicklung des Akkordeons Rechnung. Neben Barockmusik und
Originalkompositionen werden auch Tangos und Stücke, die dem Swing und Jazz zuzuordnen sind,
gespielt. Die Programme der meist zweimal im Jahr stattfindenden Konzerte, stehen immer unter einem
Motto. Wenn die Stücke eines Konzertes es erlauben, wird das Orchester von einem Schlagzeuger
unterstützt. Bei Konzerten mit einem besonderen Thema werden kleine darstellerische Einlagen
eingebaut. Auch außergewöhnliche Spielorte, wie zum Beispiel das Zeiss-Planetarium, gab es schon.
Über die Arbeit mit dem Orchester hinaus wird in kleiner Besetzung (Quintett/Sextett) intensiv an
der Erweiterung des Repertoires mit Erfolg gearbeitet.
Das Orchester setzt sich aus dem Leiter Joachim Kloss und 14 Akkordeonspielern zusammen. Die erste
Stimme ist mit 4 Spielern, die zweite mit 3 Spielern, die dritte mit 3 Spielern, die vierte mit 2
Spielern und der Bass mit 2 Spielern besetzt. Die Altersstruktur ist weit gefächert und reicht von
30 bis über 60 Jahre.